schokolade und koffein

Chaostour mit Bärchen — Ein Reisebericht
Teil 2

(14. Juni 2000)

Montag:

Mittag:

Bärchen war mit dem Auto unterwegs, ich war ein wenig spazieren, als Bärchen anruft: Das Auto geht nicht mehr aus!!! — "Äh ... wie bitte??? Nicht mehr AUS????"
Irgendwas im Zündschloß sei kaputt, auch wenn man den Schlüssel dreht, läuft der Motor einfach weiter...
Hmmm, eigentlich wollten wir Montag abend nach dem Fußballspiel fahren, also sollten wir uns schleunigst drum kümmern, daß das Auto wieder läuft bzw. eben NICHT mehr läuft, zumindest nicht dauerhaft...

Nachmittag:

Zur Opel-Werkstatt im Nachbarort. Dort war ein Monteur, der mich sehr an McGyver erinnerte, vor allem, als ich das Ergebnis seiner Reparatur später sah.
Solange der gute Mann am Schrauben war, versuchten wir, an irgendeiner Bank Geld zu organisieren, aber Bärchen hat nirgendwo Geld bekommen — seltsam, denn ich bekam Geld am Automaten, dabei war mein Konto deutlich weniger mit Geld bestückt als Bärchens — ein Trick der Banken, um Zinseinnahmen zu erhöhen?!?!

Der Monteur hat es schließlich geschafft, daß das Auto tatsächlich dann an- und ausging, wenn man das möchte:
Er machte die Verkleidung unter dem Lenkrad ab, zog ein Plastikteil darunter vor, in das man ein Metallteil stecken und drehen mußte, um den Motor zu starten.
Wir kamen uns vor wie mit einem gestohlenen Auto: Aufgebrochen, kurzgeschlossen und ab durch die Mitte!
Aber die Heimfahrt von Bonnie und Clyde konnte also stattfinden.

Abend:

Packen, aufräumen, Fußball gucken... Abfahrt um 21 Uhr!
Nochmal in Spanien getankt, dort stellten wir fest, daß irgendwas unter dem Auto rumpelt und klappert. Es war nichts zu entdecken, keine losen Teile. Wir tippten auf die Stoßdämpfer, und mit einem etwas mulmigen Gefühl fuhren wir los.

***

Dienstag:

Nacht:

Natürlich wurde das Klappern während der Fahrt schlimmer. Zuerst schoben wir es noch auf den Wind und vermuteten irgendein loses Teil, das durch den Wind klapperte. Aber es schepperte auch ohne den Wind weiter und beunruhigte uns sehr. Schließlich machte es PLING!, es schien irgendein Teil abgesprungen zu sein.
Nachts um drei Uhr hielten wir in Lyons, um ne Taschenlampe zu organisieren, damit wir mal genauer gucken konnten — an der wohl einzigen Raststätte, die nicht 24 Stunden auf hat!
Bis halb vier standen wir recht ratlos und frustriert rum, bis dann ein paar Schweizer auftauchten, die sogar ne Taschenlampe dabeihatten. Doch auch eine Analyse mit Licht ergab nichts.
Einer der Schweizer meinte, wir sollten noch ein wenig warten, es kämen gleich ihre Kollegen, von denen sei einer Mechaniker. Wow — Glück muß man haben!!! Der nette junge Mann guckte sehr genau (witzig, ihm das mit der kurzgeschlossenen Zündung zu erklären! Was der wohl gedacht haben mag?!), diagnostizierte ein kaputtes Radlager und riet von der Weiterfahrt ab.

Hmmm....
Die Schweizer bekamen als Dank für die Mühe ne Flasche spanischen Ÿ, und zogen mit ihren funktionierenden Japaner-Autos von dannen.
Wir beschlossen, bis zum Morgen zu schlafen, um dann mit der Werkstatt zu telephonieren. Also Sitze zurückgestellt und langgemacht. Auf seiner Seite stopfte Bärchen ein T-Shirt in die Kuhle zwischen Lehne und Sitzfläche. Er fragte mich, ob "ich auch was für die Ritze da unten" wolle — da wurde ich knallrot und meinte, lieber nicht; schließlich könnte da am Parkplatz ja jeder zugucken...
So gab es trotz der mehr als beschissenen Lage noch ein lautes Gelächter nachts um 5 Uhr in Lyons...

Morgens:

Um 8 Uhr rief Bärchen die Werkstatt an zwecks Ferndiagnose.
Irgendwie haben wir schon geahnt, daß das Problem ein ganz einfaches ist: Vor ein paar Wochen war die Ölwanne des Autos nach einem Unfall ausgewechselt worden. Dabei hat die Werkstatt irgendeinen Stabilisator nicht richtig festgeschraubt.
Ich kenn mich da ja auch nicht so aus — Ergebnis war nur, daß das Klappern zwar nicht sehr dekorativ, aber harmlos ist und wir durchaus weiterfahren können.

Nachdem wir uns nen Kaffee ins Gesicht geschmissen hatten, machen wir das auch — aber denkt bloß nicht, daß das dann einfach so problemlos weiterging!

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