schokolade und koffein

Jenny Elvers bei Big Brother

02. Dezember 2000

Hmmm ...
Eigentlich wollte ich ja in dieser Woche keinen Award verleihen — vor lauter Seminar, Adventskalender-Scannen, wirklich ernsthaften Beiträgen und mangels Opfer für den Award. Doch das Seminar findet ja nun morgen doch nicht statt, der Kalender ist gescannt, der Thread mit den ernsthaften Postings scheint abgeschlossen ...
... und die Anwärterin für den Award hat sich heut förmlich aufgedrängt.

Es ist ....
(tatatataaaaaaaaaaaaaa — Trommelwirbel!!!!!)

Jenny Elvers!

Muß ich das noch begründen?!
Eigentlich nicht, aber der Vollständigkeit halber schreib ich mal ein paar Zeilen dazu...

Grundsätzlich hätte sich Jenny ja schon vor ein paar Wochen für den Award qualifiziert, als sie dieses Interview nach der Trennung von Heiner Lauterbach gab. Dort wurde sie gefragt, ob es denn stimme, daß Heiner ein Alkoholproblem habe. Darauf antwortete die blonde Publicity-Trulla sinngemäß: "Also, ich möchte Heiner hier wirklich nicht schlechtmachen, das hat er nicht verdient, und schmutzige Wäsche nach einer Trennung zu waschen ist nicht mein Ding...." (aha, das ist ja nett von ihr...) "...er weiß ja selbst bereits, daß er ein Problem mit dem Trinken hat und daran arbeiten muß."

Whommmmmm!!!!

Ist das nicht klasse??? Erst den Gegner in Sicherheit wiegen, sicherstellen, daß es hier nicht darum geht, jemanden reinzureiten — - und wenn das jeder glaubt, lächelnd aus dem Hintergrund zuzuschlagen!

Aber dem allein war nicht genug, Jenny hat heute nochmal bewiesen, daß sie die wahrhaft rechtmäßige Empfängerin des Awards ist:

Während ich mal wieder die längst überfällige Ordnung in den Dateiwust an meinem Rechner zu bringen versuche, läuft nebenan TV. Ok, ich geb zu, ich bin selbst schuld, wenn ich RTL zur BigBrother-Nominierungszeit einschalte, ihr habt ja recht.

Aber was dann an mein Ohr und Auge drang, überstieg doch den üblichen Schwachsinn dieser Sendung um ein Vielfaches:
Das Blondchen vom Dienst, Jenny Elvers ... diese hellere Ausgabe von Verona Feldbusch, die seit mittlerweile 6 Monaten die Frucht der Lenden eines Kölner Kneipiers und Ex-BB-Bewohners unter dem Herzen trägt, erscheint bauchfrei und stupide lächelnd im Rampenlicht.
Das allein wäre ja nun nicht so schlimm gewesen, da die interessierte Männerwelt ja bereits Gelegenheit hatte, die ehemalige Gespielin von Heiner Lauterbach nackt und schwanger im Playboy zu betrachten.

Doch da Jenny Elvers immer für ne Überraschung gut ist, gibt sie nicht nur ihren üblichen Talk-Schwachsinn von sich, sondern — SIE SINGT!!!
(wobei ich in der Wahl des Verbs unentschlossen war, denn es war nicht wirklich Singen, sondern eher ein mittels rhythmischem Hauchen gestalteter Versuch, die erfolgreiche Welle des deutschen Sprechgesangs zu imitieren).

Gut, so viel zur Verlaufsweise ...

Doch es gibt noch einige Worte zum Inhalt zu sagen: Sie beschrieb winselnd — untermalt vom dramatischen Aufschlag ihrer bis an die Grenze der Belastung mit Tusche und Glitzer ausstaffierten Wimpern (wieviel kann eigentlich ein Augenlid an Gewicht heben?! — notiere: "WICHTIG: Frage an Peter Lustig schicken!") — wie sich Alex von ihr getrennt hat und wie unendlich traurig und gleichzeitig wütend sie auf ihn ist.
Wenn der betroffene Zuschauer nun denkt: Och, das arme Mädel, die hats wirklich schwer.... — damit gibt sich Jenny noch nicht zufrieden.
Sondern sie setzt noch eins drauf: Großmütig flüstert sie den Refrain: "Ich verzeih Dir...."

Ach, ist das nicht wundervoll??? Was für eine Frau ... welch grenzenlose Großzügigkeit und Herzensgüte....

Im selben Tenor ging es auch während des Interviews weiter (zum Glück zeigt dieser Olli Geissen etwas mehr Bissigkeit als Percy Hoven in der ersten Staffel): Die angehende Mutter kichert dumm rum, auf die Frage, ob es denn ein Mädchen oder ein Junge werde, wirkt beim Herumdrücken um die Antwort seltsam debil und irgendwie unzurechnungsfähig.
Umso klarer wirkt sie aber, als sie beschrieb, wie sich Alex von ihr getrennt hatte (natürlich plötzlich und unerwartet, und selbstverständlich hat sie erst über die Presse von seinem Entschluß erfahren...), betonte nochmals, daß sie seitdem nicht mehr mit ihm gesprochen hat, obwohl das doch unverzichtbar sei, da er ja der Vater des Kindes ist...
...mit einer Miene von Hochdramatik stellt sie heraus, wie wichtig es sei, daß das Kind seinen Vater kenne und der Vater zu seinem Kind stehe...
(täuscht es mich, oder hab ich Ähnliches auch bei Rosamunde Pilcher und Marie-Louise Fischer gelesen?!)

Der ebenfalls als Talkgast geladene Martin Semmelrogge kommentierte diesen moralschwangeren Monolog der Jenny E. lediglich mit:

"Du verstehst es, aus der Not eine Tugend zu machen."

Dem ist nichts hinzuzufügen —
außer dem Towanda-schreit-BÄH-Award der Woche für die öffentliche Trennung und Schwangerschaft der Jenny Elvers.

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