(2) Almette
Frischkäse
Die mit dem Blondchen, das im oberen Frequenzbereich auf der Alm Lobeslieder
auf den Frischkäse schmettert, den der Mann soeben schnaufend den Berg
hochschleppt.
"Es ist Frische im Fäßchen..." oh weia, mir
scheint eher Leere im Köpfchen.
Nur wegen dieser durchgeknallten Ziege im Höhenrausch hab ich das Zeugs
noch nicht gekauft.
(4) Kinder
Bueno
Die Süße hat Schokoladenschmacht, und der Liebste schlägt
vor, doch gleich "eine ganze Tafel" zu kaufen. Das kommentiert
sie mit einem augenrollenden "Und wer trägt dann meine Jeans?!",
tendiert lieber zu einem kleinen, aber angeblich feinen Snack und platzt
nicht aus der knallengen Hose.
Na, wenn das kein Blödsinn ist...
P.S.: Ich hab mir übrigens mal überlegt, wie viele Snacks aus
dem Hause Ferrero es gibt, die mit "Kinder" anfangen und bin auf
neun gekommen. Wer mehr kennt, möge sich im Stillen wundern und das
ganze Zeug auffuttern. Ich wette, dann paßt er in keine Hose mehr.
P.P.S.: Auch in anderen Ländern beginnen die Namen dieser Süßwaren
mit "Kinder", zumindest in Italien und Spanien. Man möge
mir das nachsehen, aber mich verwirrt es, wenn Überraschungseier in
Spanien "Kinder Sorpresa" heißen.
(8) Iglu
Rahmspinat Minis
Verona steht im Abendkleid auf einem übergroßen Spinatblock
und hämmert seufzend und mini-mini-singend darauf herum. Auch, wenn
ich das Problem mit dem immer zu großen Spinatblock im Singlehaushalt
kenne und daher nur portionierbaren Tiefkühlspinat kaufe, wirft diese
Szene bei mir diverse Fragen auf:
a) Warum hat sie zum Spinathacken ein rotes Abendkleid an?
b) Wenn sie wegen der harten Arbeit sowieso knapp bei Puste ist, warum muß
sie dann auch noch singen?
c) Wenn ich nun eine Packung dieser Minis kaufe hat die alle Verona persönlich
zerkleinert?!
Ich mag keinen Spinat, der von singenden, schnaufenden Frauen im Abendkleid
zerkleinert wurde, und zum Glück gibt es den portionierbaren Spinat
nicht nur bei Iglu (wie in der Werbung behauptet wird), sondern schon seit
Jahren bei Eismann, wo ich meine Tiefkühlkost auch erwerbe.
(-) Toffifee
Die Welt ist einfach wunderbar. Denn was soll Kindern in der heutigen Zeit
außer Karies und Übergewicht noch Schlimmes passieren, wenn die
Mama immer noch eine Schachtel Toffifee auf Vorrat hat?
Denn die kluge Hausfrau weiß: "Das ist Erfahrungssache. Wir
haben immer volles Haus. Und irgendwann kommt dann: 'Mamaaaaa ... hast du
noch Toffifee?' Und dann kann ich sagen [vor Selbstgefälligkeit fast
platzt]: 'Klar! Hab ich!'"
Wo sind nur die Mütter geblieben, die ihre Kinder höflich, aber
bestimmt drauf hinweisen, daß sie bereits genug Süßkram
vertilgt haben und das Genörgel nach Schokolade einfach ignorieren?!
(10) Bertoli
Brotaufstrich
Eigentlich hab ich an dem Spot nicht wirklich etwas auszusetzen. Was ich
nur wirklich bemerkenswert finde, ist die Stimme des Sprechers beim allerletzten
Satz. Nachdem die Italiener ihre Fitness und Cleverness unter Beweis gestellt
haben, wird die mutmaßliche Ursache dafür (nämlich der Brotaufstrich)
gezeigt, und der Sprecher sagt: "Bertoli der Brotaufstrich mit
mildem Olivenöl". An und für sich noch nichts besonderes,
aber ihr müßt mal ganz genau darauf achten, WIE er es sagt. Seine
Stime klingt nämlich genau so, wie gutes Olivenöl sein sollte:
Zäh, dickflüssig und ölig. Er sagt auch nicht "Olivenöl",
sondern "Ulivenöl", und beim "ööööööl"
sieht man richtig vor sich, wie das Öl langsam und gemächlich
über den Mozzarella fließt und zwischen den Tomaten verschwindet.
Ein Highlight der elektronischen Stimmbearbeitung!
(3) Das
Calgon-Drama
Die Schwiegermutter muß nun die ganze Wäsche waschen, weil die
doofe Kuh den falschen Wasserenthärter benutzt hat.
Ich würde gerne die Wäsche übernehmen, wenn sie stattdessen
aufhören würde, uns mit ihren Waschnöten zu belangen.
(-) Frosta
Filet de mar
Ein romantischer Abend zu zweit in einem kerzenerhellten italienischen
Restaurant. Vielleicht bin ich ja ein wenig pingelig oder habe ein sehr
dominantes Gourmet-Gen; Aber ich würde ausrasten, wenn mir da jemand
Tiefkühlfisch vorsetzen würde (von dem man ja weiß, daß
er entweder zerkocht, nicht komplett durchgewärmt oder ungenießbar
oder alles zusammen ist).
Nicht so jedoch in der Werbung:
Genießerisch wird die Gabel abgeschlabbert, und die Krönung des
Ganzen ist der asiatische Koch "fast aus Italien", der für
das Auftauen des Gefrierfischs zuständig ist.
(1) e.on
mit Veronika Ferres
Zum Glück kaum mehr gezeigt, aber dennoch unvergessen dank eines Verkäufers
im Koksrausch und einer wasserwatenden Fäääärrääääässss.
Dadurch entstand der Beweis, daß Strom dumm macht und meine allererste
Werbungskolumne.
(7) Mon
Chéri (mit der Piemontkirsche)
Die wohl mit Abstand ekligste Nascherei, die man dummerweise auch immerzu
geschenkt kriegt. Ich habe in meinem gesamten Bekanntenkreis recherchiert,
die Dinger mag niemand.
Doch noch schrecklicher als matschige Kirschen in minderwertigem Alkohol
ist der Telephondialog in der Werbung.
Sie: "Ich hab Sehnsucht nach dir..."
Er: "Ich auch ... aber du bist ja nicht hier und ich vernasche
jetzt eiskalt deine Lieblingskirschen!"
Ich fände es ja viel witziger, wenn er statt der Lieblingskirschen
die Nachbarin oder Schwester der Anrufenden vernaschen und ihr das am Telephon
auch gleich brühwarm erzählen würde.
Aber damit komm ich beim Producer bestimmt nicht durch...
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(9) Cetebe Vitamin C
Auf die Frage, ob die Dame auch regelmäßig Vitamin C zu sich
nimmt, antwortet sie mit einem klaren "Ja!". Also eigentlich
alles in Butter, denkt man sich, doch dann kommt der Knaller: Die Stimme
aus dem Off fragt mit moralschwangerem, drohenden Unterton: "Aber
wußten Sie, daß es der Körper nicht lange speichern kann?!"
Ich finde das ganz schön gemein von der Stimme, der armen Frau so eine
Angst einzujagen. Denn seinen täglichen VitaminC-Bedarf hat man fast
schon gedeckt, wenn man nur an etwas vorbeigeht, was entfernt nach Zitrusfrucht
aussieht. Seit mehreren Jahrzehnten sind in Mitteleuropa keine Skorbutfälle
mehr aufgetaucht, also laßt das arme Mädel in Ruhe und nötigt
sie nicht, euch euere sinnlosen und überflüssigen Nahrungsergänzungspräparate
abzukaufen.
* * *
Und zum Schluß noch ein lauter Hilferuf aus tiefer Betroffenheit:
Die reden mich noch ganz schwindelig damit, daß ich mir irgendwelche Teile an den Bildschirm kleben soll, damit ich was gewinnen kann; allenthalben werden mir die Modalitäten der Ziehung und die Bedienungsanleitung dieser Teile nahegebracht und dann dieser nervige rote Punkt bei den dazugehörigen Sendungen ...
Neulich habe ich im Halbschlaf auf dem Sofa statt diesem piepsigen "Bring
mich zum Licht!" allen Ernstes gedacht, die Teile würden "Töte
doch mich!" sagen. Ich antwortete ihnen, daß ich gar nicht
töten kann, weil ich Pazifistin sei und so.
Sie antworteten: "Aber wir sind doch die Dotwins!" Das wäre
ja dann was anderes, entgegnete ich und griff gelassen zum Messer.
Doch bevor ich zustechen konnte, bin ich aufgewacht.
Wenn das nicht der Beginn kompletter Aversion ist von schleichender Verblödung mal ganz zu schweigen....
* * *
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