(4) Toffifee
Die Welt ist einfach wunderbar. Denn was soll Kindern in der heutigen Zeit
außer Karies und Übergewicht noch Schlimmes passieren, wenn die
Mama immer noch eine Schachtel Toffifee auf Vorrat hat?
Denn die kluge Hausfrau weiß: "Das ist Erfahrungssache. Wir
haben immer volles Haus. Und irgendwann kommt dann: 'Mamaaaaa ... hast du
noch Toffifee?' Und dann kann ich sagen [vor Selbstgefälligkeit fast
platzt]: 'Klar! Hab ich!'"
Wo sind nur die Mütter geblieben, die ihre Kinder höflich, aber
bestimmt drauf hinweisen, daß sie bereits genug Süßkram
vertilgt haben und das Genörgel nach Schokolade einfach ignorieren?!
(5) Bertoli
Brotaufstrich
Eigentlich hab ich an dem Spot nicht wirklich etwas auszusetzen. Was ich
nur wirklich bemerkenswert finde, ist die Stimme des Sprechers beim allerletzten
Satz. Nachdem die Italiener ihre Fitness und Cleverness unter Beweis gestellt
haben, wird die mutmaßliche Ursache dafür (nämlich der Brotaufstrich)
gezeigt, und der Sprecher sagt: "Bertoli der Brotaufstrich mit
mildem Olivenöl".
An und für sich noch nichts besonderes, aber ihr müßt mal
ganz genau darauf achten, WIE er es sagt. Seine Stime klingt nämlich
genau so, wie gutes Olivenöl sein sollte: Zäh, dickflüssig
und ölig. Er sagt auch nicht "Olivenöl", sondern
"Ulivenöl", und beim "ööööööl"
sieht man richtig vor sich, wie das Öl langsam und gemächlich
über den Mozzarella fließt und zwischen den Tomaten verschwindet.
Ein Highlight der elektronischen Stimmbearbeitung!
(-) Schlankmacher
a la BMI 23, Matrikur, Natreen und Co.
Wenn mich was wirklich aufregt bei der Werbung (obwohl ich doch so gerne
Werbung sehe), dann sind es diese dynamischen, durchs Bild tänzelnden
Magersüchtigen, die mir in die Fresse grinsen und erzählen, wie
toll sie abgenommen haben und mit dem entsprechenden Mittelchen könnte
ich das auch.
Da ist zum einen dieses Brikett, genannt Matrikur, daß im Magen aufgeht
und den Hunger "ganz einfach und natürlich" verschwinden
läßt. Ich will keine Quell-Briketts in meiner Wampe wech damit!
Mit "Natreen" kann man durchs Leben tanzen, sich was gönnen
und alles "ganz leicht wieder ausbalancieren" daß
das mit den Light-Produkten nicht funktioniert, weil der Körper auf
sie reagiert wie auf normal gezuckerte Produkte und man stattdessen nen
Höllenschmacht auf echten Süßkram entwickelt, dem man selbst
mit eisernem Willen und unter Androhung von Folter und Todesstrafe nicht
widerstehen kann, weiß jedes Kind.
Die Krönung ist BMI 23. "So toll abgenommen jawoll, meine
Herren!" ... und dann noch die Tante, die sich gegen Ende des Spots
ins Bild drängt und den tollen Satz von sich gibt "Ach ja ...
Weniger Wiegen heißt mehr Wohlbefinden!"
Ich würde mich schon wohlfühlen, wenn es auf dieser Welt nicht
nur Klamotten für Magersüchtige gäbe. Jenseits von Größe
38 sollt ihr sein, ihr Kleider, und baumwollen-luftig und weich meinen Leib
umschmeicheln, statt eine polyesterne, schwitzende Pellwurst aus mir zu
machen.
Fast fühle ich mich schon wie Frauen um die Jahrhundertwende, als es
um den Kampf gegen das Korsett ging. Wäre ich doch nur halb so erfolgreich
...
Aber diese ganzen Mittelchen zur Körpergewicht können mir gestohlen
bleiben, und wenn ihr mich noch so erfolgreich angrinst!
(2) Kinder
Bueno
Die Süße hat Schokoladenschmacht, und der Liebste schlägt
vor, doch gleich "eine ganze Tafel" zu kaufen. Das kommentiert
sie mit einem augenrollenden "Und wer trägt dann meine Jeans?!",
tendiert lieber zu einem kleinen, aber angeblich feinen Snack und platzt
nicht aus der knallengen Hose.
Na, wenn das kein Blödsinn ist...
P.S.: Ich hab mir übrigens mal überlegt, wie viele Snacks aus
dem Hause Ferrero es gibt, die mit "Kinder" anfangen und bin auf
neun gekommen. Wer mehr kennt, möge sich im Stillen wundern und das
ganze Zeug auffuttern. Ich wette, dann paßt er in keine Hose mehr.
P.P.S.: Auch in anderen Ländern beginnen die Namen dieser Süßwaren
mit "Kinder", zumindest in Italien und Spanien. Man möge
mir das nachsehen, aber mich verwirrt es, wenn Überraschungseier in
Spanien "Kinder Sorpresa" heißen.
(-) Nivea
Deo Roll-On Mini
Der Mann (offenbar frisch verliebt) liegt auf dem Bett und linst lüstern
zu seiner Flamme, die in ihrer Tasche rümwühlt (Hat sich eigentlich
schon mal wer überlegt, wie viel Zeit man mit Taschenwühlen verbringt?!
Aber das ist ein anderes Thema ...)
Er: Und, wie lange bleibst du?
Sie [betrachtet kritisch den Inhalt ihres Deorollers]: Och ... so zwei-drei
Monate...
So etwas stimmt mich nachdenklich ...
Die Wohnung des Mannes sah schon so aus, als sei sie mitten in der Zivilisation es besteht also die Möglichkeit, fehlende Toilettenartikel nachzukaufen.
Vielleicht sind die beiden auch so dermaßen rattig aufeinander, daß
sie es nicht aus der Tür schaffen, sondern diese zwei-drei Monate ausschließlich
im Bett verbringen wollen. Aber dann ist es auch ganz egal, ob man Deoroller
besitzt oder nicht, denn dann transpiriert man ständig.
Fazit: Spot ist unlogisch und blöd. Das Zeug kauf ich nicht. Ätsch!
(1) Almette
Frischkäse
Die mit dem Blondchen, das im oberen Frequenzbereich auf der Alm Lobeslieder
auf den Frischkäse schmettert, den der Mann soeben schnaufend den Berg
hochschleppt.
"Es ist Frische im Fäßchen..." oh weia, mir
scheint eher Leere im Köpfchen.
Nur wegen dieser durchgeknallten Ziege im Höhenrausch hab ich das Zeugs
noch nicht gekauft.
(-) Calgonit
Powerball 3in1-Tabs
Wow, auf diese Werbung hab ich drei Wochen lange gelauert, bis ich endlich
den kompletten Titel des Produkts erfaßt hatte. Fasziniert hat mich
der Spot ursprünglich wegen eines "Verhörers":
Der Text "Mit herkömmlichen Geschirrspülern muß
man checken-checken-checken, aber [...]", und dann der Schlußspruch
"Ohne Checken kann man sich leichter ums Wesentliche kümmern!"
kam bei mir an als "Ohne CHATTEN kann man sich leichter ums Wesentliche
kümmern".
Es stimmt ja schon, daß man ab und an viel zu viel Zeit im Chat vertrödelt,
aber den gedanklichen Bogen zum Geschirrspülmittel bekam ich trotz
langen Grübelns irgendwie nicht hin bis sich das Ganze als Hörfehler
herausstellte.
Sehr viel mehr Sinn ergab der Spot allerdings auch nach dieser Aufklärung
nicht; Denn wem die Zeit, die Klarspüler- und Salzauffüllen in
Anspruch nehmen (max. 5 Minuten), genügt, um sich "ums Wesentliche"
zu kümmern, der hat entweder sowieso genug Zeit oder nichts wirklich
Wesentliches zu tun oder ist einfach ein elender Komfort-Schnulli.
(6) Das Calgon-Drama
Die Schwiegermutter muß nun die ganze Wäsche waschen, weil die
doofe Kuh den falschen Wasserenthärter benutzt hat.
Ich würde gerne die Wäsche übernehmen, wenn sie stattdessen
aufhören würde, uns mit ihren Waschnöten zu belangen.
(10) Cetebe
Vitamin C
Auf die Frage, ob die Dame auch regelmäßig Vitamin C zu sich
nimmt, antwortet sie mit einem klaren "Ja!". Also eigentlich
alles in Butter, denkt man sich, doch dann kommt der Knaller: Die Stimme
aus dem Off fragt mit moralschwangerem, drohenden Unterton: "Aber
wußten Sie, daß es der Körper nicht lange speichern kann?!"
Ich finde das ganz schön gemein von der Stimme, der armen Frau so eine
Angst einzujagen. Denn seinen täglichen VitaminC-Bedarf hat man fast
schon gedeckt, wenn man nur an etwas vorbeigeht, was entfernt nach Zitrusfrucht
aussieht. Seit mehreren Jahrzehnten sind in Mitteleuropa keine Skorbutfälle
mehr aufgetaucht, also laßt das arme Mädel in Ruhe und nötigt
sie nicht, euch euere sinnlosen und überflüssigen Nahrungsergänzungspräparate
abzukaufen.
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(7) Frosta Filet de mar
Ein romantischer Abend zu zweit in einem kerzenerhellten italienischen
Restaurant. Vielleicht bin ich ja ein wenig pingelig oder habe ein sehr
dominantes Gourmet-Gen; Aber ich würde ausrasten, wenn mir da jemand
Tiefkühlfisch vorsetzen würde (von dem man ja weiß, daß
er entweder zerkocht, nicht komplett durchgewärmt oder ungenießbar
oder alles zusammen ist).
Nicht so jedoch in der Werbung:
Genießerisch wird die Gabel abgeschlabbert, und die Krönung des
Ganzen ist der asiatische Koch "fast aus Italien", der für
das Auftauen des Gefrierfischs zuständig ist.
* * *
Wem mal so richtig der Sin nach Gruseln steht, der sollte sich um 17 Uhr eine ganze Folge "taff" auf Pro Sieben angucken aber alles und am Stück, nicht mogeln und wegzappen, gelle?!
Denn da ist wirklich was geboten:
- Ein Moderatoren-Team, das keine 10 Minuten ohne Versprecher schafft und sich auch nicht immer einig ist, wer welche Anmoderation übernimmt daher kommt es nicht selten vor, daß beide gleichzeitig losreden oder einfach mal keiner was sagt (was nicht unbedingt das Schlechteste ist)
Die Moderatorin mit einer Stimme, bei der sich mir schon bei weggedrehtem Ton die Nackenhaare aufstellen
Gekünstelte und ab und an pubertäre Anmoderationen mit fortwährendem Kichern beim Wort "Sex"
Wertvolle Filmbeiträge zu weltrelevanten Themen wie "Sexunfälle von Jürgen D. aus M. in Spanien" und "Wahl des Spindluders 2001"
Wem also Viva-Moderatorinnen und Home-Shopping-TV nicht mehr reicht, und wer sich dringendst für Samenraub, Lothar Matthäus´ Liebesleben und den Karriere-Wiedereinstieg von Jenny E. interessiert, sollte mal reingucken und wenn ihr es schaffen solltet, Euch die ganze Folge ohne Umschalten und Spätfolgen anzusehen, dann behaltet es für Euch und schämt Euch.
* * *
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2001